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Aerosinusitis – Ein Leben mit Flugkrankheit

Ein Leben mit Flugkrankheit - Aerosinusitis

In meinem gesamten Leben hatte ich nur zwei Nasennebenhöhlenentzündungen, eine Kehlkopfentzündung und noch nie eine Mittelohrentzündung. Auch sonst kannte ich kaum Krankheiten, die für einen HNO Arzt bestimmt waren. Doch dieses Mal ist es anders. Alles begann während einer meiner Flüge. Etwa 20 Minuten vor Landung bekam ich höllische Schmerzen im gesamten Gesichtsbereich. Ich hatte das Gefühl mein Gesicht würde jeden Moment explodieren und meine Augen herausspringen. Das Schlimme daran, es hörte einfach nicht auf und die Schmerzen pochten unterschiedlich lang und völlig wahllos an irgendeiner Stelle auf. Es war unerträglich. Nach der Landung wurden die Schmerzen zwar erträglicher, hörten aber nicht auf. Erst am nächsten Tag war alles vorbei.

Was Ist das?

Da ich mich als Logopädin ganz gut mit HNO Krankheiten auskenne, fiel mein erster Verdacht bereits auf Schwierigkeiten mit den Nasennebenhöhlen und deren Druckausgleich. Allerdings hatte ich vor einem halben Jahr meine Nasennebenhöhlenentzündung erfolgreich bekämpft und war auch kurze Zeit danach bereits im Flugzeug unterwegs – ohne Beschwerden.

Doch bevor ich weiter in Eigeninitiative Diagnosen stellte, suchte ich vorsichtshalber einen Fachmann auf, der mir nun eine Aerosinusitis diagnostizierte.

Kurze Zeit nach meiner seltsamen Diagnose durchforstete ich das Internet und stellte fest, dass von einer Aerosinusitis, auch Barotrauma/ Barosinusitis genannt, recht viele Menschen betroffen sind. Angeblich wohl mehr Männer als Frauen und die Stirnhöhle häufiger als die Kieferhöhle. In Internetforen berichteten sogar Flugbegleiter von ihrem Leiden.

Wie genau kommt es dazu?

Um es ganz einfach zu sagen: Während des Sinkfluges entstehen Luftdruckveränderungen. Der Umgebungsdruck steigt und in den Nasennebenhöhlen entsteht ein Unterdruck. Im besten Fall wird dieser Druck durch einströmende Luft von außen ausgeglichen. Wenn aber nun die Nasennebenhöhlen blockiert sind, kann keine Luft einströmen, der Unterdruck bleibt bestehen und es kommt zu einer Schleimhautschwellung. Es entstehen starke unkontrollierbaren Schmerzen. In einigen Fällen sind sogar Risse und Einblutungen der Schleimhaut möglich, sodass es zu Nasenbluten kommt.

Welche Risikofaktoren gibt es?
  • akute Infektionen der oberen Atemwege (z.B. Erkältungen, Schnupfen)
  • chronische Infektionen der oberen Atemwege (z.B. chronische Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Allergien
  • anatomische Veränderungen
Was hilft dagegen?

Mir haben einfache abschwellende Nasentropfen geholfen. Ich nahm sie bereits 2 Tage vor Flugantritt regelmäßig ein und dann nochmal im Flugzeug kurz bevor der Sinkflug begann.

Weitere Maßnahmen können sein: Kortisonhaltige Nasentropfen, Schmerzstillende Medikamente, Antihistaminika oder Antibiotikumpräparate.

Welche Medikation im Einzelfall günstig ist, sollte mit einem Arzt besprochen werden.

Mein Fazit: Eine Aerosinusitis kann schnell zum Spielverderber für die nächste Reise werden. Betroffene leiden häufig noch tagelang am Urlaubsort unter starken Schmerzen. Doch mit einigen vorbeugenden Maßnahmen und der richtigen Medikation ist dieses Problem schnell in den Griff zu kriegen.

Du leidest auch unter einer Aerosinusitis? Welche Maßnahmen helfen Dir? Oder hast Du Fragen zu dem Thema? Schreibe mir gern eine Nachricht: steffi@reiselustundfernweh.de