Deutschland, Europa, Marburg

Ein Wochenende in Marburg

[Unbezahlte Werbung] Der folgende Beitrag enthält Empfehlungen und Verlinkungen zu bestimmten Sehenswürdigkeiten und Restaurants.

Ich reise für mein Leben gern – Reisen macht Spass und glücklich! Doch warum hat es sich in unseren Köpfen eigentlich so festgesetzt immer bis ans andere Ende der Welt zu reisen? So viele schöne Orte liegen direkt vor unserer Haustür! Aus diesem Grund habe ich die Blog-Reihe: „Unterwegs in Deutschland“ ins Leben gerufen – mit den schönsten Orten und Ausflugszielen unseres Landes! Den Auftakt der neuen Reihe macht die Stadt Marburg.

Alles fing vor genau 2 Jahren an, als meine Freundin Martina fluchtartig Berlin verlassen musste. Nein, es war nichts Schlimmes passiert. Sie hatte nur kurzfristig eine Zusage für ihr Medizinstudium erhalten: Und zwar in Marburg. Die Stadt an der Lahn blickt auf eine lange und traditionsreiche Universitätsgeschichte zurück. So gilt die Philipps-Universität als älteste Universität, die auf eine protestantische Gründung zurückzuführen ist. Für das Fachgebiet der Medizin ist sie außerdem eine der besten Adressen Deutschlands. Ich bin mir sicher: Aus Martina wird einmal eine der besten Ärztinnen der Welt. Damals war ich aber schon ein wenig traurig, obwohl wir uns noch gar nicht so gut kannten. Das ist mittlerweile ganz anders und nach immerhin 2 Jahren haben Roman und ich es dann auch tatsächlich geschafft sie in ihrer vorübergehenden Heimat zu besuchen. Ich hatte keine Ahnung, welch wunderschönes Fleckchen Erde sich hier verbirgt. Wir schlenderten ein Wochenende entlang an uralten Fachwerkhäusern, durch niedliche Gassen, bestaunten farbenfrohe Gärten und freuten uns über frühlingshafte Temperaturen.

Meine Tipps für Marburg

Ein Bummel durch die historische Oberstadt

Marburg hat eine der schönsten historischen Innenstädte, die ich je gesehen habe. Sie befindet sich am Fußes des Schlossberges und ist über Aufzüge mit dem unteren Teil der Stadt gut und komfortabel verbunden. Als Martina bei unserer Ankunft erzählte, dass unsere Unterkunft in der Oberstadt über einen Fahrstuhl zu erreichen ist, waren wir zunächst schon ein wenig verdutzt. Das eine Stadt mittels Aufzug verbunden wird, kannte ich in dieser Form bisher nicht. Die Aufzüge sind von 7:00-1:30 in Betrieb. Wer früher oder später kommt, der muss notgedrungen seine Kondition unter Beweis stellen und die Treppen nehmen. Aber das ist alles machbar. Wir befinden uns zum Glück ja nicht in der Himalaya Region. Ich habe zwar nicht gezählt wie viele Stufen es letztendlich sind, aber wenn ich das schaffe, dann schafft das jeder!

Der Gang zum Aufzug

Der Gang zum Aufzug

Was gibt es zu sehen?

Zunächst einmal: wunderschöne alte Fachwerkhäuser. Sie reihen sich dicht an dicht in fröhlichen Farben aneinander und verleihen der Stadt ihren einzigartigen Charme. Die Häuser wurden in den letzten Jahren allesamt aufwändig restauriert, wodurch sie nun im neuen Glanz ihre Besucher verzücken. Darüber hinaus ist die Oberstadt der perfekte Treffpunkt für den kleinen und großen Hunger. Hier warten eine Vielzahl an Restaurants in allen Preisklassen. Welches Restaurant es uns besonders angetan hat, erfahrt ihr ein wenig später. Kleine Lädchen laden zum Schlendern und Verweilen ein. Interessant und hübsch anzusehen ist auch der Marktplatz mit seinem Rathaus. Ein entspannter Vor-, oder Nachmittag lässt sich in der Oberstadt in jedem Fall verbringen.

Der Marburger Marktplatz mit seinem Rathaus

Der Marburger Marktplatz mit seinem Rathaus

Die Marburger Oberstadt mit seinen tollen Fachwerkhäusern

Die Marburger Oberstadt mit seinen tollen Fachwerkhäusern

...in rot, blau und grün...

…in rot, blau und grün…

...oder im dunklen rotbraun...

…oder im dunklen rotbraun…

...in mittelgroß...

…in mittelgroß…

...und groß...

…und groß…

...aber auch in klein...

…aber auch in klein…

Marburgs kleine Gässchen

Marburgs kleine Gässchen

Das Landgrafenschloss

Der Spaziergang zum Landgrafenschloss gleicht einem Bilderbuch. Von der Oberstadt läuft man etwa 10 Minuten und genießt eine unglaubliche Aussicht. Hier bekommt das Wort „Idylle“ eine Bedeutung. Man muss sagen, wir hatten auch einfach verdammt Glück mit dem Wetter. Auch wenn ich mich davon eigentlich gar nicht beeinflussen lassen möchte, trägt es immer auch ein wenig zur Gesamtstimmung bei. Das Schloss selbst erinnerte mich an eine Burg aus einem grimmschen Märchen. Und wo wir schon mal bei den Berühmten Brüdern sind: Wusstet ihr, dass die Zwei um 1800 an der Marburger Universität studiert haben?

Hier oben gefällt es mir. Ein schöner Rundumblick über die hessische Universitätsstadt eröffnet sich uns. Selfiesticks und das Knispgeräusch von Handy und Kamera gehören hier zum Bild bzw. Hintergrundgeräusch. Mit Blick in das Tal fällt uns eine Kirche mit schiefen Turm auf. Es ist die Lutherische Pfarrkirche St. Marien. Der Legende nach richte sich der Turm von ganz allein, sobald eine Jungfrau ihr Studium abgeschlossen hat. Äh ja – damit können wir jetzt nicht dienen. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass sich das Holz im Inneren der Kirche durch die Witterungsbedingen verzogen hat.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie genau eigentlich die Technik einer Camera Obscura funktioniert, der hat hier die Möglichkeit. Ein kleiner runder Bungalow lädt zum wissenschaftlichen Lernen ein. Und wer schon immer mal das Geräusch von Fledermäusen hören wollte, der kann das ebenfalls tun. Neben dem überschaulichen Parkplatz befindet sich eine Box, die beim Betätigen des Knopfes  Fledermausgeräusche live aus den Gemäuern des Schlosses überträgt.

Der Blick über Marburg und den schiefen Turm

Der Blick über Marburg und den schiefen Turm

Spaziergang zum Schloss

Spaziergang zum Schloss

Noch mehr alte Fachwerkhäuser

Noch mehr alte Fachwerkhäuser

Roman hat den Durchblick

Roman hat den Durchblick

Das Schlossgelände in Miniaturansicht

Das Schlossgelände in Miniaturansicht

Das Marburger Landgrafenschloss

Das Marburger Landgrafenschloss

...und hier mit Aschenputtelschuh

…und hier mit Aschenputtelschuh

Der Marburger Hexenturm auf dem Schlossgelände

Der Marburger Hexenturm auf dem Schlossgelände

Den Fledermäusen zuhören

Den Fledermäusen zuhören

Der Schlosspark

An das Schloss schließt ein kleiner Schlosspark an. Der Duft von Rosen und Flieder kitzelt in der Nase, die Sonne scheint auf unsere Gesichter und die Haare wehen ein wenig im Wind. Es klingt abgedroschen, aber  im Schlosspark findet man Ruhe und die Seele baumeln lassen. Selbst Martina gelingt es. Auf der Wiese spielen eine Reihe von Jungs die neue Trendsportart „Bubble Fußball“. Warum man das tut, ist mir schleierhaft, lustig zum Zuschauen ist es aber allemal. BOING – wieder einer umgenietet in seiner luftgepolsterten Blase. Wie ich gelernt habe lautet die wichtigste Regel: „Zuerst haust du deinen Gegner um, danach kümmerst du dich um den Ball.“ Wir setzen uns auf eine Parkbank und beobachten das Treiben, hören die Bienen und Hummeln summen und unterhielten uns über Martinas bevorstehende Hochzeit. Gibt es einen besseren Ort dafür?

Das Schlosscafé im Marburger Schlosspark

Das Schlosscafé im Marburger Schlosspark

Die Tulpenpracht im Schlosspark

Die Tulpenpracht im Schlosspark

Spaziergang an der Lahn

Und wir gehen weiter Spazieren. Diesmal nicht an ehrwürdigen Gebäuden oder knallroten Tulpen vorbei, sondern am Wasser. Genauer gesagt an der Lahn. Sie schlengelt sich durch das untere Marburg hindurch. Vor allem im Frühling und Sommer kann man hier frische Luft tanken, sich auf der Wiese die Sonne auf den Bauch scheinen oder am Ufer den lauen Sommerabend mit einem Gläschen Wein ausklingen lassen. Letzteres blieb mir leider verwehrt, da ich noch immer mit den Auswirkungen meiner Mandelentzündung zu kämpfen hatte. Schön anzusehen war es trotzdem.

Entlang an der Lahn

Entlang an der Lahn

Ruhige Idylle am Lahnufer

Ruhige Idylle am Lahnufer

Fliederpracht im unteren Marburg

Fliederpracht im unteren Marburg

Frühstück, Mittag und Abendbrot im Edlunds

Ich habe ein neues Lieblingslokal. Würde ich in Marburg wohnen, wäre ich wohl rund um die Uhr dort zu finden und hätte endlich einen plausiblen Grund nicht mehr zu kochen: Das Edlunds – ein schwedisches Restaurant mit viiiielen leckeren Sachen. Wir starteten unseren Tag mit einem guten Frühstück. Einen Tag später aßen wir dort direkt zu Abend und krönten unseren Besuch mit einer genüsslichen Waffel. Mit Sicherheit hat Marburg noch viele andere tolle Lokale zu bieten. Mir gefiel es hier besonders gut. Schaut also unbedingt mal vorbei: https://www.edlunds.de/

Tipp: Es macht auf jeden Fall Sinn im Vorfeld einen Tisch zu reservieren!

Frühstück im Edlunds

Frühstück im Edlunds

Abendbrot im Edlunds - schwedischer Kartoffeltopf mit hausgemachten Krabbensalat

Abendbrot im Edlunds – schwedischer Kartoffeltopf mit hausgemachten Krabbensalat

Nachtisch im Edlunds - Die Waffel "Stockholm"

Nachtisch im Edlunds – Die Waffel „Stockholm“

Kaffee und Kuchen in der Konditorei „Vetter“

Naschkatzen aufgepasst! Seit 1908 werden in der Konditorei Vetter die leckersten Buttercremetorten und Blechkuchen in traditionsreicher Handarbeit gebacken. Das Café liegt zentral, direkt an der alten Universität. Bei gutem Wetter bietet sich ein Plätzchen auf der Außenterrasse an, von der aus man einen schönen Blick in das Lahntal hat. Der Innenraum des Cafés erinnert an eine Mischung aus Wiener Caféhaus und 60er Jahre Lokal. Neben süßen Leckereien werden auch einige herzhafte Speisen, wie beispielsweise eine französische Quiche, angeboten. Zu den Torten kann ich sagen: Sie schmecken phänomenal!

Wenn ihr mehr über das Café und die Konditorei Vetter erfahren wollt, dann schaut doch mal hier vorbei: https://cafe-vetter-marburg.de/

Der Innenraum des Cafés

Der Innenraum des Cafés

Leckere Torten in der Konditorei Vetter

Leckere Torten in der Konditorei Vetter

Blick auf das Caféhaus

Blick auf das Caféhaus

Mein Fazit: Das waren meine Tipps für Marburg. Mir hat das Wochenende viel Spass bereitet und ich kann die Stadt jedem ans Herz legen, der Lust auf alte Architektur, schöne Natur und  ausgedehnte Spaziergänge hat. Ein verlängertes Wochenende ist ideal. Wer zwischendurch Großstadtluft schnappen möchte, der ist in gerade mal einer Stunde in Frankfurt.
Marburgs Hotelpreise empfand ich als hochpreisig für einen mittleren Standard. Aus diesem Grund haben wir uns für ein Zimmer über Airbnb entschieden und waren damit mehr als zufrieden – für die Hälfte des Preises und einen Standort direkt im Zentrum der Oberstadt. Bei Bedarf schreibt mir gern eine Nachricht an: steffi@reiselustundfernweh.de

Ich wünsche euch eine schöne Zeit im schönen Marburg! 

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