Mindset, Reisen

Meine Sehnsucht nach der Welt…

[Unbezahlte Werbung] Der folgende Beitrag enthält Ortsnennungen und persönliche Meinungen.

„Die größte Sehenswürdigkeit ist die Welt, sieh sie dir an“, sagte Kurt Tucholsky einmal. In diesem Jahr zähle ich meinen persönlichen Rekord. Über 20 Städte habe ich  in den vergangenen 8 Monaten besucht und 9 Flugreisen hinter mich gebracht. Während sich meine Freundin aufs Laufband schwingt, renne ich durch fremde Städte. Irgendwie auch eine Art von Sport. In mir brennt die Sehnsucht nach der Welt…

Ich bin 16 Jahre alt und sitze mit meiner Klasse im Zug nach Paris. Diese Reise sollte mein Leben verändern und das nicht zuletzt, weil ich in der Stadt der Liebe meinen ersten Kuss bekam. Ich war das erste Mal so richtig von Zuhause weg. Ohne Eltern. Das ist jetzt 15 Jahre her. Ich lebte in einer französisch-algerischen Gastfamilie und erlebte eine Kultur, die sich sehr von meiner unterschied. Erst viele Jahre später habe ich erkannt, warum die Zeit in Paris so wundervoll gewesen ist und ich bis heute sehr gern daran zurück denke.

Reisefreiheit…

Ich habe es hier auf meinem Blog in einem anderen Zusammenhang schon einmal erwähnt: ich denke es ist ein großes Gut heutzutage uneingeschränkt Reisen zu können. Und da genießen wir Deutschen tatsächlich ein hohes Privileg. Eine Studie aus diesem Jahr ergab, dass wir uns unter den ersten 3 Staaten mit der größten Reisefreiheit befinden. Insgesamt 188 Länder können bereist werden, ohne dass ein Visum nötig wäre. Damit stehen wir auf Platz 2 vor Schweden und den USA. Lediglich die Japaner befinden sich mit 189 Ländern vor uns auf Platz 1.

Menschen…

Es interessiert mich wie Menschen in unserer Welt leben, wie sie ihren Alltag meistern und welchen unterschiedlichen Bedingungen sie ausgesetzt sind. Mein Interesse für Menschen ist wohl auch ein Grund, warum ich Logopädin geworden bin. Und genau das unterscheidet mich von denjenigen, die in den Urlaub fahren. Ich fahre nicht weg um mich 14 Tage an den Strand zu legen. Ich muss auf meinen Reisen die Welt entdecken. Das ist nicht immer easy und mir scheint auch nicht permanent die Sonne aus dem ….

Kultur…

Neben den Menschen ist es vor allem die Kultur, die mich zum Reisen zwingt. Wir leben alle in der selben Welt und trotzdem sind wir so verdammt unterschiedlich. Welche Vielfalt allein in Europa herrscht ist Wahnsinn. Wenn sich die Italiener mittags an die Theke stellen, um ihren Espresso zu trinken, die Portugiesen am Hafen ihren Fisch oder die Spanier in ihren gut sortierten Markthallen das Abendessen kaufen, möchte ich am liebsten immer dabei sein. In Andalusien habe ich mir einen Stierkampf angesehen und dafür sehr wenig Verständnis bekommen. Schön war es nicht, aber ich wollte die Menschen & deren Kultur verstehen.

Alltag…

Jedes Mal, wenn ich eine Reise buche, fühlt es sich an als hätte ich im Lotto gewonnen. Ich kann mich Monate vorher kaum noch bremsen, lese Reiseführer, Blogartikel und schaue Dokumentationen. Alles in freudiger Erwartung auf die Tage, an denen ich den Alltag hinter mir lassen kann. Der Alltag ist ein gutes Stichwort. Ich brauche Abwechslung. Früher habe ich regelmäßig meine Möbel umgestellt, damit mal etwas „anders“ ist. Jetzt weiß ich, dass das Möbel umstellen  anstrengend ist und mein Alltag sich trotzdem nicht ändert. Egal ob der Tisch nun rechts oder links steht. Auf Reisen ticken die Uhren anders. Morgens in einer anderen Stadt aufzuwachen ist ein unbeschreibliches Gefühl. Dieses Gefühl habe ich auch manchmal an Wochenenden, an denen nichts ansteht. Einfach mal Gedanken abstellen. Ich lasse mich nämlich schnell stressen. Unterwegs passiert mir das nie. Manchmal werde ich gefragt, ob es nicht anstrengend ist durch so viele Städte zu tingeln. Hmm, eigentlich nicht. Ich kann ja tun und lassen was ich will. Keine Termine und Verpflichtungen.

Zeit…

Und das bringt mich zum Thema Zeit. Wann haben wir Zeit über einen Markt zu schlendern, Kirchen zu besichtigen oder entspannt durch die Stadt zu bummeln? Eben. Die Kritiker unter euch werden sicher sagen: Man muss sich die Zeit halt nehmen. Manchmal kann man sich die Zeit aber nicht einfach nehmen. Es gibt Tage an denen arbeite ich 10 Stunden – danach ist es dunkel und Geschäfte und Sehenswürdigkeiten sind geschlossen. Mein Job erfüllt mich und ich könnte mir niemals vorstellen ohne ihn zu sein. Trotzdem bin ich an einigen Abenden in der Woche echt platt. Unterwegs passiert mir das sehr selten. Ich liebe es Zeit zu haben. Wenn ich so drüber nachdenke ist Zeit wohl der größte Luxus für mich. Neben der Gesundheit.

Essen…

Ich liebe es zu essen. Egal ob süß oder herzhaft – mir schmeckt fast alles. Andere Länder sind perfekt für dieses „Hobby“.  Sich durch fremde Köstlichkeiten zu probieren tut nicht nur gut, sondern macht auch jede Menge Spass. Unter der Woche weiß ich oft gar nicht mehr was ich kochen soll. Dieses „Problem“ nimmt mir das Reisen temporär ab und wenn ich wieder komme, sind da jede Menge neuer Ideen, die am Herd umgesetzt werden wollen.

Natur…

Was gibt es Schöneres als die Vielfältigkeit unserer Natur? Nichts. Es macht mich jedes Mal sprachlos was unser Planet zu bieten hat. Ganz gleich ob es um glassklare Seen, schneebedeckte Berge oder die Weite des Meeres geht. Auch wenn in meinen 4 Wänden keine einzige Topfpflanze überlebt, liebe ich Pflanzen an der frischen Luft. Und frische Luft ist eh etwas, von der ich als Stadtkind nicht sonderlich häufig umgeben bin.

Architektur…

Wäre ich besser im Rechnen & Zeichnen, wäre ich Architektin geworden. Hausfassaden, Gebäude, Inneneinrichtungen – vor mir und meiner Kamera ist nichts sicher. Ich kann mich daran nicht satt sehen. Für mich ist die Architektur auch maßgeblich an dem Stadtgefühl beteiligt. Das ist ein Wort, dass ich gerade selbst kreiert habe. Ich weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll. Jede Stadt hat ihr eigenes Flair. In manchen fühlt man sich sofort Zuhause, in anderen überhaut nicht und in wieder anderen dauert es eine Weile. Ich glaube das liegt, neben der Größe, den Menschen und dem Kulturangebot, vor allem an der Umgebung. Dem Flair halt.

Lernen…

Ich lerne viel auf unseren Reisen – über andere Orte, Kulturen, Menschen aber auch über mich. Über meine Vorlieben genauso wie über meine Ängste. Ich muss mich mit meinen 31 Jahren nicht mehr selbst finden. Das hat lange genug gedauert, ist aber abgeschlossen. Ich suche mein Glück nicht in fremden Orten – ich bin glücklich an fremden Orten.

Das was mich antreibt ist meine unbändige Lust auf die weite Welt und ich habe das Gefühl das muss ich festhalten – für mich…

 

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