Berlin, Deutschland, Mein Berlin, Städtereisen

Mein Berlin: Ein Nachmittag auf dem Holzmarkt!

[Unbezahlte Werbung*] Es ist Donnerstagabend und ich checke das Wetter für das kommende Wochenende – 23 Grad und Sonne satt! Hatte ich schon erwähnt, dass wir Mitte Oktober haben? Der Plan steht fest: Wir müssen raus. Doch wohin? 

Wochenendplanung in Berlin

Berlin ist sicherlich nicht die schlechteste Stadt, um kurzfristige Pläne zu schmieden. Aber die Vielzahl an Möglichkeiten macht mich manchmal ziemlich müde.  Ich wollte etwas ohne großen Aufwand – kein Auto oder öffentliche Verkehrsmittel. Es muss doch etwas geben, dass von uns zu Fuß erreichbar ist?! Kleine Notiz am Rande: wir wohnen in der Mitte Berlins und haben etliche bekannte Sehenswürdigkeiten quasi direkt um die Ecke. Aber zum gefühlt 1000 Mal über den Alexanderplatz oder Hackeschen Markt zu schlendern ist für uns Berliner auch keine ständige Option. Die New Yorker fahren ja auch nicht jedes Wochenende mit der Staten Island Ferry an der Freiheitsstaue entlang. Ich strengte kurz meine grauen Zellen an und da kam mir die Idee: Der Holzmarkt!

Das Holzmarktgelände an der Spree

Das Holzmarktgelände an der Spree

Die Bar 25

Seit der hitzigen Diskussionen um das Gelände der ehemaligen Bar 25 vor einigen Jahren, habe ich mich damit eigentlich so gut wie nie wieder befasst. Acht Jahre ist das nun her. Mit Anfang 20 und viel zu viel Glitzer verbrachte ich in der legenderen Bar so manche Nächte und tauchte ab in eine Parallelwelt. Das hört sich jetzt so an, als wäre ich das Vorzeige Partygirl Berlins gewesen. Ganz so war es nicht. Ich war irgendwie schon immer anders. Keine Drogen und wenig Alkohol machten mich eigentlich eher zu einem Außenseiter in der Berliner Partygesellschaft, aber feiern und Spass haben funktionieren für mich auch mit Mate und guter Gesellschaft. Ich kann mich noch gut an die letzte Woche vor Schließung der Bar erinnern. Gemeinsam mit meiner Freundin Sophie tanzten wir mehrere Nächte unter freiem Himmel und konnten irgendwie gar nicht richtig glauben, dass das bald vorbei sein sollte.

Der Wegweiser für den Holzmarkt

Der Wegweiser für den Holzmarkt

Der Holzmarkt

Jetzt bin ich Anfang 30 und stehe wieder genau hier – zwischen Jannowitzbrücke und Ostbahnhof. Nur diesmal nicht mitten in der Nacht, sondern Sonntag Mittag bei schönstem Herbstwetter. Eigentlich hätte mir zum absoluten Kontrastprogramm noch ein Kind gefehlt, aber das habe ich nicht und extra eines ausleihen fand ich dann doch etwas übertrieben. Es riecht nach frischem Zimt. Mein feines Näschen hatte schnell herausgefunden, dass dieser herrliche Duft von der Bäckerei „Backpfeife“ und den saftig aussehenden Zimtschnecken kommt. Und da Roman und ich uns in Essensdingen sehr ähneln, fragte er: „Nachher noch ein paar Schnecken?“ Ich hatte keine Einwände. Doch bevor wir uns in die Schlange stellten, sollte das Gelände erkundet werden. Es war zum Glück noch nicht allzu voll, sodass wir die bunte Mischung an Architektur und Gästen auf uns wirken lassen konnten. Von Familien über Touristen bis hin zu Künstlern war hier alles vertreten. Mir gefiel das sofort.

Was genau ist der Holzmarkt?

Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten, denn es gibt hier irgendwie alles und in jeder Ecke findet man etwas Neues. Ich habe während meiner Recherchen zu diesem Beitrag das Wort Kreativ-Dorf gelesen und finde der Begriff trifft den Nagel auf den Kopf. Der Markt ist bunt und Kunst ist hier in so ziemlich jeder denkbaren Form vertreten. Von Restaurant über Imbissbude und Café bis hin zur Espressobar ist kulinarisch auf dem Holzmarkt alles möglich. Und auch kulturtechnisch zeigt er sich breit gefächert. Galerien und Konzertsäle sind da nur zwei nennenswerte Optionen. Es gibt einfach so viel Unterschiedliches, dass eine Auflistung hier den Rahmen sprengen würde. Auf der eigenen Webseite des Holzmarktes erfahrt ihr aber alles rund um das Gelände und die derzeitigen Projekte.

Überall auf dem Gelände gibt es Sitzmöglichkeiten für eine kurze Pause

Überall auf dem Gelände gibt es Sitzmöglichkeiten für eine kurze Pause

Bunte Hausfassaden und eine Mischung aus Beton, Stahl und Holz

Bunte Hausfassaden und eine Mischung aus Beton, Stahl und Holz

Kunst in allen Facetten

Kunst in allen Facetten

Die Weinbar

Die Weinbar

Ein kunterbunter Mix verschiedener Stile

Ein kunterbunter Mix verschiedener Stile

Kreativität in jeder Ecke

Kreativität in jeder Ecke

Für mich ein Stück Skandinavien in Berlin

Ich neige bekanntlich dazu Städte oder auch andere Reiseeindrücke miteinander zu vergleichen. Das Schimmste was man machen kann und manchmal fiel mir das auch schon negativ auf die Füße, weil es mich hin und wieder mit vorgefertigten Meinungen manipuliert. Aber ich bin nun mal so. Warum ich euch das jetzt erzähle? Mich erinnerte das Areal sofort an Skandinavien und den Freistaat Christiania in Kopenhagen. Obwohl es völlig anders aufgebaut ist und einer anderen Intention folgt. Im Nachhinein kann es aber auch an den vielen Skandinavischen Touristen liegen oder meiner Sehnsucht nach dem Norden Europas. Vielleicht sind aber auch die verdammt geilen Zimstschnecken daran schuld! Wer weiß das schon…

Wir hatten uns nämlich mittlerweile in die Schlange vor der Bäckerei angestellt und hielten wenige Minuten später das leckere Gebäck in den Händen. Roman probierte noch den Kaffee der holzverkleideten Passenger Esspresso Bar, bevor wir uns in die Sonne ans Ufer der Spree setzten. Es fühlte sich an wie Kurzurlaub und das mitten in Berlin. Gegen Nachmittag füllte sich das Gelände und es wurde recht schwierig noch einen Platz am Wasser zu ergattern. Für uns Grund genug dem touristischen Treiben Berlins wieder den Rücken zuzukehren und so genossen wir die letzten Sonnenstrahlen auf unserem Balkon und freuten uns über den neu entdeckten Lieblingsplatz!

Die Bäckerei "Backpfeife"

Die Bäckerei „Backpfeife“

Oben auf dem hölzernen Balkon wartet die Espressobar Passenger

Oben auf dem hölzernen Balkon wartet die Espressobar Passenger

Natur und Holz - eine perfekte MischungNatur und Holz - eine perfekte Mischung

Natur und Holz – eine perfekte Mischung

Der hintere Teil des Areals

Der hintere Teil des Areals

Geheimtipp: Schöne Sicht auf den Fernsehturm

Unweit des Holzmarktes befinden sich mehrere Brücken von denen man einen tollen Blick auf Berlins meistgeknipstes Wahrzeichen hat – den Fernsehturm. Die Bekannteste von ihnen ist die Schillingbrücke. Aber auch die Brücke auf der Michaelkirchstraße eignet sich hervorragend für ausgedehnte Fotosessions.

Schöne Sicht auf den Fernsehturm

Schöne Sicht auf den Fernsehturm

Mein Fazit

Wer nach Berlin kommt, der sollte hier definitiv ein paar Stunden einplanen. Optimal bieten sich dazu sowohl der Vormittag als auch die Mittagszeit an, denn dann ist das Gelände noch nicht allzu voll und man bekommt problemlos einen Platz am Wasser. Außerdem kann man hier hervorragend eine Pause vom anstregenden Sightseeing einlegen und sich mit dem vielfältigen Essensangebot stärken. Ich werde wieder kommen und bin gespannt was der Holzmarkt in Zukunft für uns bereit hält.

Wie hat es euch auf dem Holzmarkt gefallen? Oder erzählt mir von euren Lieblingsorten in Berlin! Ich bin gespannt: steffi@reiselustundfernweh.de

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