Europa, Frankreich, Paris

Paris: Ein Spaziergang durch die Stadt der Liebe

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Ich liebe Paris. Diese Stadt legte vor gut 15 Jahren den Grundstein für meine unbändige Reiselust. Damals war ich gerade 16 Jahre alt und das erste mal über längere Zeit ohne meine Eltern im Ausland. Ich lebte in einer französisch-algerischen Gastfamilie, besuchte die Schule und begab mich auf Entdeckungstour. Paris bekam sofort einen Platz in meinem Herzen. Kennt ihr das? Dieses Gefühl von Glück, Zufriedenheit und irgendwie Zuhause fühlen, obwohl man vorher noch nie dagewesen ist?

Ich kam damals mit dem Zug am Gare de l’Est an und fühlte genau das. Während ich diese Zeilen schreibe, merke ich wieder wie mein Herz zu Hüpfen beginnt. Richtig in Worte fassen kann ich es nicht: In Paris fühle ich mich einfach wohl. Ich liebe es morgens auf dem Wochenmarkt frisches Obst und Gemüse zu kaufen, fluffiges Baguette in einer gut duftenden Boulangerie und süße Eclairs mit noch süßerer Puddingfüllung. In der Stadt der Liebe bekam ich damals sogar meinen ersten Kuss.

Ich kenne aber auch viele Menschen, denen es überhaupt nicht so geht. Menschen, die Paris zu laut, zu dreckig, zu hektisch finden. Auch das verstehe ich. Als ich Ende März nachts in Paris ankam, am Gare du Nord in meine Metro Richtung Montmartre umstieg, überkam mich diesmal kein wohliges und glückliches Gefühl. Diesmal hoffte ich einfach schnell zum nächsten Bahnsteig zu gelangen. Zum Glück war ich nicht allein – besonders gut fühlte ich mich trotzdem nicht. Es war laut, dreckig und unheimlich. Ich hatte vergessen, dass der Nordbahnhof nah an der Amüsiermeile Pigalle liegt. Erste Regel: Ein schöner Spaziergang beginnt nicht im Rotlichtviertel. Er endet auch nicht dort – jedenfalls nicht für die Meisten. Was tagsüber unscheinbar und etwas hässlich wirkt, kann abends richtig gefährlich werden.

Das ist mein Paris

Ich lade euch heute auf einen Spaziergang durch mein Paris ein. Das Paris, das mir gefällt – ohne Stress, Hektik und unfreundliche Franzosen. Begleitet mich dabei und genießt die Aussicht.

Die Straßen von Paris

Die Straßen von Paris

Blick auf die Seine

Blick auf die Seine

Pariser Architektur

Pariser Architektur

Start: Montmartre

Wir beginnen unseren Rundgang auf dem höchsten Punkt der Stadt –  dem Montmartre. Der städtische Hügel und das gleichnamige Künstlerviertel  bieten eine wunderbare Aussichtsplattform und somit die erste Orientierung. Hoch oben über der Stadt thront das „Sahnehäubchen“, die Basilika Sacre Coeur. Der Bezirk ist mittlerweile stark dem Tourismus verfallen, dennoch stellen viele Maler tagtäglich ihr Talent und Können unter Beweis. Den Place de Tertre sollte man schon mal gesehen haben. Mich zieht es aber, wie immer, fernab der Touristenpfade. Wir schlendern also weiter durch Montmartre, sehen niedliche Häuschen und kommen vorbei an der Moulin Radet. Die Mühle ist eine der letzten verbliebenen des Viertels. Immer wieder tauchen kleinen Gassen mit hohen Treppen auf, die einen tollen Ausblick verschaffen. Wer keine Lust auf Treppensteigen hat, der kann bequem mit dem Funiculaire, einem Schrägaufzugnach oben fahren. Im gesamten Bezirk lassen sich Häuser, Straßen und Ateliers großer Künstler, wie beispielsweise Picasso oder Van Gogh finden. Es macht Spass hier entlang zu schlendern und dieses ganz besondere Flair aufzuschnappen. Mit einem Crêpe auf die Hand, ist der kleine Hunger schnell besiegt und wir begeben uns langsam wieder abwärts.

Das "Sahnehäubchen" von Paris - die Sacre Coeur

Das „Sahnehäubchen“ von Paris – die Sacre Coeur

Hübsche Häuschen in Montmartre

Hübsche Häuschen in Montmartre

Montmartre und seine Gassen

Montmartre und seine Gassen

Das lebendige Montmartre

Das lebendige Montmartre

Es geht weiter zur Mur des j´taime – die Liebesmauer – am Place de Abbesses. Etwas versteckt in einer winzig kleinen Parkanlage, wurde auf einer 40m² großen Mauer der Schriftzug „Ich liebe dich“ in über 300 Sprachen verewigt. Für uns Berliner interessant: Sogar unser herzliches „Ick liebe Dir“ wurde mit aufgenommen. Unweit befindet sich der Cimetière de Montmartre. Nicht ganz so bekannt und groß wie der berühmte Friedhof Pére Lachaise, aber dennoch sehenswert. Hier liegen unter anderem Heinrich Heine und Emile Zola begraben. Von dort aus ist es auch nur noch ein Katzensprung zur roten Mühle – Moulin Rouge. Wir befinden uns mitten im, vorhin bereits angesprochenen, Rotlichtviertel. Außer dem berühmten Tanztheater hat die Gegend wenig Sehenswertes. Wir nehmen den 68er Bus Richtung Chatillon – Montrouge. Unser nächstes Ziel: Der Louvre.

Ein kleiner Ausschnitt - Le Mur des je t’aimw

Ein kleiner Ausschnitt – Le Mur des je t’aime

Moulin Rouge -die berühmteste Mühle der Welt

Moulin Rouge -die berühmteste Mühle der Welt

Fahrt mit dem Bus Nummer 68

Die Busfahrt dauert knapp 20 Minuten. Wir haben etwas Zeit unseren Füßen eine kleine Pause zu gönnen und fahren vorbei an den Kaufhäusern Printemps und der Galeries Lafayette. Wer mag, steigt an der Haltestelle Haussmann-Mogador aus und stattet dem bekannten Kaufhaus einen Besuch ab. Die bunte Glaskuppel sollte dabei nicht unbeachtet bleiben. Mindestens genauso atemberaubend ist der Blick direkt von der Dachterrasse des Kaufhauses. Ein Vorteil: Das Ganze ist komplett kostenlos. Wer aber noch ein wenig Entspannung braucht, der bleibt einfach sitzen und nimmt im Vorbeifahren noch die Oper mit. Besonders schön: Der Bus fährt direkt durch den Hof des Louvre Museums, wodurch man schon mal einen Blick auf die berühmte Glaspyramide werfen kann.

Auf der Dachterrasse der Galeries Lafayette

Auf der Dachterrasse der Galeries Lafayette

Blick von der Dachterrasse der Galeries Lafayette

Blick von der Dachterrasse der Galeries Lafayette

Sonntagsshopping in der Galeries Lafayette in Paris

Sonntagsshopping in der Galeries Lafayette in Paris

Am Louvre angekommen, gibt es einiges zu sehen. Den Jardin des Tuileries zum Beispiel. Ein schöner Park, der direkt vom Louvre auf den Place de la Concorde und die Champs Élysée zuführt. Unweit des Museums befindet sich außerdem das wunderschöne Palais Royal. Hier stehen die bekannten schwarz-weiß gestreiften Säulen, die sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Fotomotiv gemausert haben. An die Säulen schließt ein schöner und ruhig gelegener Park an. Auf der gegenüberliegenden Seite der Seine befindet sich das Musée d’Orsay und auch die Île de la Cité ist mit einem Fußmarsch von 15 Minuten zu erreichen.

Der Louvre am Tag...

Der Louvre am Tag…

...und bei Nacht

…und bei Nacht

Roman entspannt im Jardin des Tuileries

Roman entspannt im Jardin des Tuileries

Die berühmten gestreiften Säulen im Palais Royal

Die berühmten gestreiften Säulen im Palais Royal

Ein schöner Ort zum Verweilen - der Jardin du Palais Royal

Ein schöner Ort zum Verweilen – der Jardin du Palais Royal

Weiter geht es im Szeneviertel Marais

Vom Louvre aus haben wir mehrere Möglichkeiten nach Marais zu gelangen. Wir nehmen entweder die Métrolinie 1 oder 7 oder fahren mit dem 69er Bus. Eine weitere Option: Wir laufen eine gute halbe Stunde an der Seine entlang. Das Szeneviertel Marais hat viele kulturelle Schätze zu bieten, wie beispielsweise das Centre Pompidou, Les Halles oder den Place de la Bastille. Auch die Rue Oberkampf, bekannt als Ausgehmeile von Paris, ist nicht weit entfernt. Die Straßen werden geschmückt von zahlreichen Second-Hand und Kunstgeschäften. Mich zieht es hier allerdings immer an einen kleinen Platz mit dem Namen Place des Vosges.  Der quadratische Platz ist umsäumt von roten Backsteinhäusern. Hier kann man das Haus vom Schriftsteller Victor Hugo besichtigen, auf einer Bank ein Buch lesen, den Springbrunnen zuschauen oder eine selbstgeschmierte Stulle essen. Letzteres haben wir gemacht, um uns für die weitere Tour zu stärken.

Auf dem Place des Vosges

Auf dem Place des Vosges

Ein nahezu geometrisch perfekt angelegter Platz

Ein nahezu geometrisch perfekt angelegter Platz

Auf ins Quartier Latin

Wir kommen nun zu meinem absoluten Lieblingsort. Vom Place des Vosges gehen wir weiter in das akademische Viertel Quartier Latin. Vorbei an der berühmten Sorbonne Universität, wo Frankreichs Elite aufmerksam im Hörsaal büffelt, geradewegs in den Jardin du Luxembourg. Eine große Parkanlage, die zum Verweilen einlädt. Das Gebäude, welches euch schnell ins Auge fallen wird, ist das Palais du Luxembourg, der heutige Sitz des Senats. Bei gutem Wetter segeln in dem davorliegenden Wasserbassin kleine Modellbötchen im Wind. Generell bietet der Park eine Vielzahl an Möglichkeiten das Croissant vom Morgen wieder abzutrainieren. So sind neben Tennis-, und Basketballplätzen, Schachspielplätze und ein Boulodrome vorhanden. Für die Kleinen stehen Ponyreitplätze und ein Karussell zur Verfügung. Und wenn der Kaffeedurst ruft, laden zwei Kaffeehäuser zum Koffeintanken ein. Das Gelände beherbergt zudem eine Imkerschule sowie einen Obstgarten.

Das Palais du Luxembourg

Das Palais du Luxembourg

Und hier endet unser Spaziergang, der genauer betrachtet doch ganz schön lang geworden ist. Ich hoffe euch hat es gefallen, eure Turnschuhe qualmen und die Reiselust ist für ein paar Stunden gezähmt. Mir macht es immer wieder Spass die Stadt fußläufig zu erkunden. Denn nur so werden wir umhüllt vom Pariser Flair, wie ein leichter Chanel Duft.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Paris ist nicht nur bei Tag einen Spaziergang wert. Auch nachts, wenn alles strahlt und leuchtet, lohnt sich eine kleine Entdeckungsreise durch die Großstadtmetropole.

Paris bei Nacht

Paris bei Nacht

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