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Die Stadt der Zaubersprüche – Merseburg Tipps für einen Tag

Merseburg Tipps für einen Tag

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Der Duft von frischem Kaffee und knusprigen Brötchen steigt in meine Nase. Wir sind heute zu Gast in Merseburg. Nach Zeitz ist Merseburg die zweite Residenzstadt, die wir in der Saale-Unstrut Region besuchen. Morgen geht es weiter nach Weißenfels, bevor wir unsere kleine Reise wieder beenden. Doch daran denken wir jetzt natürlich noch nicht. Während ich die Reiseunterlagen studiere, lese ich von Rabensagen und mystischen Zaubersprüchen. Zwei essentielle Dinge, die Merseburg geprägt haben. Was es wohl damit auf sich hat? Diese Frage sowie die schönsten Sehenswürdigkeiten und besten Merseburg Tipps verrate ich euch in meinem Beitrag…

Das ist die Dom- und Hochschulstadt Merseburg

Und jetzt mal Hand aufs Herz – habt ihr überhaupt schon mal von Merseburg gehört? Durch meine familiäre Verbindung nach Halle, ist mir die Stadt seit meiner Kindheit ein Begriff. Besucht habe ich sie bisher aber nicht. Früher prunkvolle Residenzstadt und Kaiserpfalz hat sich Merseburg zu einer wichtigen Dom- und Hochschulstadt entwickelt. Sie liegt im Süden Sachsen-Anhalts direkt an der Saale und gehört zu den Sehenswürdigkeiten an der bekannten Straße der Romanik.

Das sind die besten Merseburg Tipps für einen Tag

#1 Der Marktplatz

Der Marktplatz eignet sich hervorragend für den Startpunkt eurer Erkundungstour. Hier werdet ihr einige der Merseburger Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe zueinander entdecken können. Uns fällt als erstes die Staupensäule auf. Ich habe bisher noch nie von dem Begriff „Staupe“ gehört. Ihr? Wir erfahren, dass es sich hierbei um eine mittelalterliche Form der Rechtssprechung handelt. Nachweislich wurden Menschen an dieser Stelle „zu Staupe geschlagen“ und des Landes verwiesen. Gründe für eine solche Verweisung gab es zur damaligen Zeit viele. Die erste Verurteilung fand 1546 wegen Ehebruchs statt. Die Säule führte übrigens auch zur Umbenennung des Marktbrunnens in den Staupenbrunnen. Auf dem Platz befindet sich außerdem die Stadtkirche St. Maximi aus dem 10. Jahrhundert.

In Sichtweite erspähen wir das Alte Rathaus. Erbaut 1478, wurde es knapp 90 Jahre später um einen Renaissance Erker erweitert. Einen genaueren Blick solltet ihr auf die Hausfassade werfen. Hier sehr ihr eindrucksvoll gestaltete Bischofswappen. Aber nicht nur das Rathaus ist ein Foto wert. Rund um den Marktplatz stoßen wir immer wieder auf sehr schöne alte Häuser.

#2 Der Tiefe Keller

Er gehört zu den ältesten Bauwerken Merseburgs und verläuft direkt unter dem historischen Stadtkern. Die Rede ist vom Tiefen Keller, einem 300 Meter langem Labyrinth aus verzweigten Gängen und Lagerräumen. Entstanden sind sie im 13. Jahrhundert. Mit einer Taschenlampe bewaffnet steigen wir hinab und bemerken als allererstes die frischen Temperaturen. Das ganze Jahr über herrschen hier kühle 10 Grad. Gerade in den Sommermonaten sollte man diese Tatsache nicht außer Acht lassen und anstatt eines Sommerkleidchens, lieber zur Jeans und Strickjacke greifen. Das Gewölbesystem wurde früher als Naturalienlager für alle erdenklichen Lebensmittel genutzt. Noch heute lassen sich kunstvoll gestaltete Initialen in den Türbögen der Bierkeller erkennen.

Kunst ist übrigens ein gutes Stichwort. Denn für den Erhalt dieses historischen Schmuckstücks ist der Merseburger Kunstverein e.V. verantwortlich. Daher verwundert es auch nicht, dass wir hin und wieder auf Kunstinstallationen in den einzelnen Räumen treffen. Fasziniert von der Größe des gesamten Areals begeben wir uns nach einer guten Stunde wieder zurück an die Oberfläche. Der kleine Seitenweg zum Gebäude ist ebenfalls mit Kunst bestückt. In einer hohen Metalltafel lesen wir den ersten der beiden Merseburger Zaubersprüche und erfahren nun was dahinter steckt.

Die Merseburger Zaubersprüche
Die beiden Merseburger Zaubersprüche gehören zu den wenigen überlieferten Texten des 9./10. Jahrhunderts im Althochdeutschen, welche einen Bezug zur vorchristlichen germanischen Mythologie aufzeigen. So gilt der erste Zauberspruch als ein Lösezauber von Fesseln eines Gefangenen, der zweite als Heilungszauber eines verrenkten Pferdefußes. Entdeckt wurden sie 1841 in der Bibliothek des Merseburger Doms.

Adresse: Tiefer Keller 3 (Domgalerie) | 06217 Merseburg
Öffentliche Kellerführungen: Jeden 1. Samstag 14:30 Uhr
Preis pro Person: 5,- Euro

#3 Die Neumarktkirche

Vom Tiefen Keller aus ist es nur ein Katzensprung zur Neumarktmühle, der Neumarktbrücke und der Neumarktkirche. Meiner Meinung nach könnte dieses Ensemble schöner nicht liegen. Von hier blickt man auf die ruhig fließende Saale, den Merseburger Dom sowie den Verlauf des Saale Radweges. Einen kurzen Moment halten wir inne, dann fällt uns die Zeichnung einer Jakobsmuschel auf. Wir stehen vor der Neumarktkirche. Dabei handelt es sich um eine schlichte romanische Kreuzbasilika aus dem Jahre 1173. Sie dient als Übernachtungsherberge auf dem ökumenischen Pilgerweg in Richtung Santiago de Compostela. Im Inneren sind das Mahnmal „Große Kreuzigungsgruppe vor roter Wand“ von Klaus Friedrich Messerschmidt sowie die Figurengruppe der kaiserlichen Ottonen-Familie von Dieter Weidenbach äußerst sehenswert.

#4 Der Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius

Sowohl der Merseburger Dom als auch das Merseburger Schloss gehören zu den wichtigsten Merseburg Tipps für euch. Wir beginnen zunächst mit dem imposanten Gotteshaus von 1015. Hier herrscht heute ein wuseliges Treiben. An diesem Wochenende finden die 50. Merseburger Orgeltage statt. Ein Event, welches als fester Bestandteil in der Musiklandschaft Sachsen-Anhalts feierlich zelebriert wird. Ein Blick in das imposante Gebäude blieb aus diesem Grund leider verwehrt. Sehenswert sind aber sicherlich die Präsentationen der Merseburger Zaubersprüche aus dem 10. Jahrhundert, die Fürstengruft sowie die imposante Ladegastorgel.

Adresse: Domplatz 7 | 06217 Merseburg
Öffnungszeiten: Mär-Okt Mo-Sa 9-18Uhr | Nov-Feb Mo-Sa 10-16Uhr | So & kirchl. Feiertage ab 12 Uhr

Die Merseburger Orgeltage
Die Merseburger Orgeltage finden alljährlich in der ersten Septemberhälfte im Merseburger Dom statt und locken Musikliebhaber aus der ganzen Welt in die kleine Stadt an der Saale. Seit 1994 ist der Freundeskreis Musik und Denkmalpflege in Kirchen des Merseburger Landes e.V. für die Umsetzung verantwortlich.

 #5 Das Schloss Merseburg

Dieser Dreiflügelbau mit dem angrenzenden Dom ist ein Meisterwerk renaissanceträchtiger Baukunst. Uns bleibt der Mund offen stehen als wir mitten auf dem Hof stehen bleiben. Früher Ort der Königspfalz, Bischofsschloss sowie Herzogsresidenz, beherbergt es heute das Kulturhistorische Museum. Die 1800qm erstrecken sich über drei Etagen. Uns begegnen Dauerausstellungen mit wertvollen Exponaten zur Geschichte von der Urzeit bis zur Gegenwart. Ein Anziehungspunkt ist dabei die Darstellung der barocken Residenz der Herzöge zu Sachsen-Merseburg. Die Gegenstände zeugen von einer schillernden Vergangenheit. Wir erfahren, dass auch unsere Heimatstadt Berlin einen wichtigen Kulturschatz des Schlosses besitzt. Im Bodemuseum ist nämlich das eindrucksvolle Spiegelkabinett von Herzog Wilhelm von Sachsen-Merseburg ausgestellt. Neben den interessanten Daueraustellungen zeigen wechselnde Sonderausstellungen weitere kulturhistorische Themen. Der steinerne Rabenkäfig an der Seite des Schlosses macht uns auf die nächste Sage der Stadt aufmerksam.

Zurück versetzt ins Mittelalter werden wir beim Erlernen der Minuskelschrift mit Feder und Tinte im Keller des Gebäudes. Ein Erlebnis, dass uns wohl noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird.

Die Merseburger Rabensage
Im 15. Jahrhundert bezichtigte der Bischof Thilo von Trotha seinen treuen Diener des Raubes. Dieser soll einen goldenen Ring entwendet haben. Jahre später tauchte eben dieser Ring in einem Rabennest am Dach des Schlosses auf. Wutentbrannt ließ der Bischof daraufhin einen Raben in einen Käfig sperren und änderte sogar sein Familienwappen.

Adresse: Domplatz 9 | 06217 Merseburg
Öffnungszeiten: Mär-Okt 9-18 Uhr | Nov-Feb 10-16 Uhr
Eintritt: 3,50 Euro | ermäßigt 2,00

#6 Der Schlossgarten mit Schlossgartensalon

Nach so viel Kultur bietet sich ein Spaziergang im weitläufigen Schlossgarten an. Dieser wurde 1661 angelegt und ist, wie der Zeitzer Schlosspark, ebenfalls Teil der „Gartenträume-Historische Parks in Sachsen-Anhalt“. Zwischen den dichten grünen Bäumen erspähen wir von Weitem den leuchtend beige- orangefarbenen Schlossgartensalon mit seinen raffinierten Fenstern und Säulen. Er wird heute als Veranstaltungsort genutzt und diente während unseres Besuchs als Atelier für die Künstlerin ANTOINETTE. Sie vollendete an diesem Ort ihr Gesamtkunstwerk „Altar der Europa“ mit einer Länge von insgesamt 20 Metern. Nur wenige Schritte weiter bleiben wir am Aussichtspunkt auf den Gotthardteich stehen. Unbedingt anschauen, wenn ihr dort seid. Der Blick ist absolut lohnenswert.

Weitere Merseburg Tipps für euch

Unsere Restauranttipps

Wenn es um unsere Merseburg Tipps für euch geht, dann darf natürlich auch das Essen nicht zu kurz kommen. Wir wissen nur zu gut, dass Sightseeing hungrig macht. Daher möchten wir euch zwei Restaurants für euren Aufenthalt wärmstens empfehlen. Direkt am Merseburger Schlossensemble findet ihr das Café & Restaurant  „ben zi bena“ mit frischen Speisen und Weinen aus der Region. Bei gutem Wetter lädt die Terrasse zum Schlemmen und erholen ein. Ebenfalls einen Besuch wert ist aber auch das Kartoffelhaus Nr. 1. Ein uriges Lokal, in dem nicht nur Kartoffelliebhaber ihr Lieblingsgericht finden. Auch hier lässt es sich gut an der frischen Luft sitzen.

Unser Übernachtungstipp

Merseburg an einem Tag zu entdecken ist möglich. Deutlich entspannter habt ihr es aber an zwei oder drei Tagen. Weich gebettet und äußerst erholt haben wir uns im Hotel Best-Western Halle-Merseburg. Das Hotel verfügt über eine sehr zentrale Lage, eine Tiefgarage sowie ein Schwimmbad im Haus. Sehr hervorzuheben ist das gute Frühstück mit frischen Brötchen und einigen Speisen direkt aus der Region.

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Das waren meine Merseburg Tipps für euch! Hat es euch gefallen? Hinterlasst mir gern einen Kommentar zu euren Eindrücken!

*Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Merseburg. Meine Eindrücke und Meinungen bleiben davon unberührt.


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