Neuengland, Newport, Nordamerika, Städtereisen, USA

Rhode Island – Ein Nachmittag in Newport

Unterwegs auf den Straßen Newports

[Unbezahlte Werbung] Der folgende Beitrag enthält Ortsnennungen, sowie Links zu Sehenswürdigkeiten.

Entlang der Küste fuhren wir von New York weiter in Richtung Norden. Der zweite Stopp unserer Rundreise führte uns nach Newport in Rhode Island, dem kleinsten Bundestaat der USA. Eigentlich tauchte die Kleinstadt am Atlantik gar nicht in unserer Reiseroute auf, doch eine unvorhersehbare Schlechtwetterfront stellte unsere Flexibilität und Spontanität auf die Probe. Um ehrlich zu sein eigentlich nur meine. Der Kontrollfreak in mir hatte die Reise bis Kanada vorgeplant und mir wäre nicht einmal im Traum eingefallen, dass Regenstürme im Sommer meine Pläne zunichte machen könnten. Nun – ich wurde eines Besseren belehrt. Dabei hatte ich mir im Kopf schon die ersten Zeilen des New Haven Beitrages zurechtgelegt…

Kurzes Vergnügen in New Haven

New Haven war nämlich die geplante zweite Stadt auf unserer Reiseliste. Ich stellte mir vor wie wir auf dem Campus der berühmten Yale University umherliefen, uralte Gebäude bestaunten und gestresste Elitestudenten bemitleideten. Ich selbst habe zwei abgeschlossene Berufsausbildungen und bin nie in den Genuss des „Studentenlebens“ gekommen. Vielleicht schaue ich mir aus diesem Grund so gerne Universitäten an. Wir aßen ein belegtes Brot und lauschten der Klassikmusik im Laden einer berühmten Sandwichkette. Ich schaffte es gerade noch 3 Bilder von der hübschen Audubon Street zu knipsen bis es fürchterlich zu regnen und gewittern anfing. Noch voller Hoffnung es würde in der nächsten halben Stunde aufhören, spannten wir die Regenschirme auf und machten uns auf den Weg in Richtung Yale Campus. Schlechte Idee. Ganz schlechte Idee. Der Regen wurde nämlich nicht besser, sondern immer schlimmer. Keine 20 Minuten später standen wir unter dem Vordach eines Unigebäudes und hatten schlechte Laune gepaart mit nassen Füßen. Zum Glück gab es Wlan. Auf Reisen eine wirklich tolle Sache. Wir suchten nach Shoppingmöglichkeiten.

Einblick in die schöne Audubon Street von New Haven

Einblick in die schöne Audubon Street von New Haven

Und noch einmal von der anderen Seite

Und noch einmal von der anderen Seite

Gute Laune beim Outletshopping

Seitdem wir so viel umherreisen ist Shopping für mich sehr nebensächlich geworden und ich konnte mich zuerst gar nicht damit anfreunden. Allerdings dauerte es auch nicht wirklich lange bis ich meine Meinung änderte. Wie viele Leute hatten mir im Vorfeld vom Shoppen in den USA vorgeschärmt. Ich kann es gar nicht zählen. So viele waren es. „Du musst unbedingt shoppen gehen.“ „Ja, wenn wir Zeit haben“, entgegnete ich meist. Nun hatten wir Zeit. Und es war definitiv die richtige Entscheidung. Während unserer gesamten Reise waren wir in zig Outletgeschäften und ich habe so viel gekauft wie die letzten 3 Jahre nicht.

Meine erste Nacht im Motel

Doch was haben Shoppen, Regen und Gewitter jetzt eigentlich mit Newport zu tun? Nachdem wir uns ein paar schöne neue Teile zugelegt hatten, machten wir es uns in einem Motel gemütlich und überlegten wie der morgige Tag aussehen sollte. Zurück nach New Haven? Fiel aus. Wir hatten nämlich Tickets für die Plymoth Plantantion und wären zeitlich etwas in Bedrängnis gekommen. Letztendlich schafften es Providence und Newport in die engere Auswahl. Unsere Entscheidung fiel beim süßen ungesunden Frühstück mit schlechtem Kaffee und etwas sonderlichen Mitarbeitern. Kleine Randnotitz: das erste Mal in einem Motel ist natürlich bei Weitem nicht so gruselig wie man es sich immer vorstellt. Von knackenden Geräuschen und plötzlich auftauchenden Schatten keine Spur.

Unser Motel in Old Saybrook

Unser Motel in Old Saybrook

Ein wenig Natur vor unserem Motel

Ein wenig Natur vor unserem Motel

Newport – eine Stadt wie aus dem Bilderbuch

Die Kleinstadt Newport liegt direkt am Wasser und ist vor allem eines: schön anzusehen! Hier werden so ziemlich alle Klischees über Neuengland erfüllt. Saubere Straßen, wunderschöne Häuser mit prächtigen Vorgärten, geschmackvolle Restaurants, schicke Boutiquen und verdammt reiche Einwohner. Wir parkten auf einem öffentlichen Parkplatz für 10 $ und erkundeten die kleine Altstadt.

Unterwegs auf den Straßen Newports

Unterwegs auf den Straßen Newports

Das Rathaus

Das Rathaus

Jede Menge Backsteinhäuser in Newport

Jede Menge Backsteinhäuser in Newport

Spaziergang durch...

Spaziergang durch…

...den Historic District....

…den Historic District….

...von Newport

…von Newport

Darf auch in Newport nicht fehlen: Die weißen Neuengland Kirchen

Darf auch in Newport nicht fehlen: Die weißen Neuengland Kirchen

Die Newport Mansions

Doch warum sind wir denn nun ausrechnet nach Newport gekommen? Ich stieß während meiner Recherchen auf ein Bild, das es mir angetan hatte. The Breakers, stand darunter. Ein paar Klicks später wusste ich, dass Newport bekannt für seine riesigen Villen ist, die Newport Mansions. Und wieder ein paar Klicks später, wusste ich, dass man sie auch besichtigen kann.

Mit dem Bus Nr. 67 wird man für 2 $ pro Person den Berg hinauf kutschiert und steht vor den eindrucksvollen Häusern mit Namen wie Chateau-sur-mer, Rosecliff, Marble House oder eben The Breakers.

Es gibt viele verschiedene Ticketmöglichkeiten für alle Mansions – von Kombi-, über Einzel- und Membertickets. Hier erfahrt ihr alles über geführte Touren, Eintrittspreise, Veranstaltungen und Öffnungszeiten.

Mit dem Bus Nr. 67 kommt ihr bequem zu den schönen Häusern

Mit dem Bus Nr. 67 kommt ihr bequem zu den schönen Häusern

Zu Gast bei den Vanderbilts

Für derzeit 24 $ kann man sich The Breakers nicht nur von außen, sondern auch von innen ansehen und wird mit einem Audioguide ausgestattet. 

Da jeder Wikipedia Eintrag wohl informativer über die Sommerresidenz der Familie Vanderbilt mit ihren 70 Zimmern berichten kann, verzichte ich auf lange historische Texte. Ich habe mich während der Tour auch überwiegend um etwas anderes gekümmert – Fotos schießen.  Hier haben die Innenarchitekten volle Arbeit geleistet und mein Herz begann wie wild zu schlagen. Der Name The Breakers beschreibt übrigens die brechenden Wellen des Atlantik.

Wer waren die Vanderbilts?

Familie Vanderbilt galt im Zeitalter des Gilded Age als eine der reichsten Familien der Vereinigten Staaten. Vermögend wurden sie unter anderem durch den Ausbau des  amerikanischen Eisenbahn-Streckennetzes. Und ein Gebäude dürfte uns allen auch ein Begriff sein: Der Grand Station Terminal in New York. Den ließ nämlich Familienoberhaupt, Cornelius Vanderbilt, errichten. Dies ist auch so ziemlich das einzige Gebäude, welches noch an die einstige Familiendynastie erinnert. Denn so schnell wie das Geld kam, so schnell wurde es auch wieder verprasst. Demnach ist auch das The Breakers nicht mehr im Besitz der Vanderbilts. Beeindruckend und wahnsinnig interessant ist es trotzdem. Durch die Räume zu schlendern und der netten Audioguide Dame zu lauschen, versetzte mich zurück in jene Zeit, als die Familie noch wohlhabend und sorgenfrei lebte.

Die beschauliche Sommerresidenz The Breakers

Die beschauliche Sommerresidenz The Breakers

Ein Wahnsinnsanwesen mit einem unglaublichen Blick auf den Atlantik

Ein Wahnsinnsanwesen mit einem unglaublichen Blick auf den Atlantik…

...und wunderschöner Dekoration...

…wunderschöner Dekoration…

...und tollen Füßböden

…und tollen Füßböden

Das Wohnzimmer

Das Wohnzimmer

Skulpturen im Wohnzimmer

Skulpturen im Wohnzimmer

Das Esszimmer

Das Esszimmer

Das Musikzimmer

Das Musikzimmer

Eines der vielen Schlafzimmer

Eines der vielen Schlafzimmer

Das Bad

Das Bad

Die Küche

Die Küche

Goodbye Newport

Nachdem wir uns fast 2 Stunden in diesem riesigen Haus aufhielten, mussten wir uns langsam aber sicher wieder von ihm verabschieden. Wir liefen noch einmal durch den imposanten Garten, schauten auf den Atlantik und beeilten uns dann, rechtzeitig den Bus zu erreichen. Wir schafften es nicht ganz bis zur Haltestelle. Durch wildes Winken konnte der Busfahrer uns aber als Fahrgäste identifizieren, hielt am Straßenrand und ließ uns einsteigen. Während der 10 minütigen Busfahrt merken wir, dass wir nicht die Einzigen waren, die auf diese Weise „eingesammelt“ wurden. Zurück auf dem Parkplatz stärkten wir uns mit einem Root Beer und fuhren Richtung Plymouth.

Mein Fazit: Newport war ein toller Stopp auf unserer Reise und ist definitiv einen Besuch wert! All diejenigen unter euch, die sich gern mit Geschichte und alten Schlössern beschäftigen, sind hier goldrichtig. Die Stadt gleicht der eines Bilderbuches und man kann hier locker 1-2 Tage verbringen. Manchmal fühlte ich mich wie der Filmkulisse einer amerikanischen Soap. Im nachhinein habe ich mich etwas geärgert, dass wir nur für ein paar Stunden in Newport verweilten. Wann immer ihr in Neuengland seid, schreibt euch Newport auf die Fahne!

Wie hat es euch in Newport gefallen?  Lasst es mich wissen und schreibt mir an steffi@reiselustundfernweh.de!

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